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RATGEBER · PREISNACHLÄSSE VERSTEHEN

Rabatte und Zusatzkosten richtig berechnen

Mehrere Nachlässe, wechselnde Bezugsgrößen und zusätzliche Kosten: So wird aus einem beworbenen Rabatt ein nachvollziehbarer Endbetrag.

Ein Rabatt bezieht sich auf einen Ausgangspreis

20 Prozent Rabatt auf 1.000 Euro ergeben einen Nachlass von 200 Euro. Der Warenpreis sinkt auf 800 Euro. Das ist eine einfache Prozentwertrechnung: Der Ausgangspreis bildet die Bezugsgröße und entspricht 100 Prozent.

Bevor du weiterrechnest, muss klar sein, ob ein genannter Preis bereits reduziert ist. Wird ein schon enthaltener Nachlass nochmals abgezogen, wäre das Ergebnis zu niedrig. Der Rabattrechner erwartet einen Ausgangspreis vor den eingegebenen Nachlässen.

1. Weitere zehn Prozent beziehen sich auf den neuen Preis

Nach dem ersten Rabatt verbleiben 800 Euro. Weitere zehn Prozent davon sind 80 Euro. Der zweite Nachlass senkt den Warenpreis auf 720 Euro. Zusammen entfallen 280 Euro vom ursprünglichen Preis, also 28 Prozent.

1.000 Euro sinken nach 20 Prozent Rabatt auf 800 Euro und nach weiteren zehn Prozent auf 720 Euro.
Der zweite Rabatt von 80 Euro wird auf 800 Euro berechnet, nicht auf den ursprünglichen Preis.

Die Rechnung mit Faktoren zeigt denselben Zusammenhang: 1.000 × 0,80 × 0,90 = 720. Wer die beiden Prozentsätze einfach addiert, würde fälschlich 700 Euro erhalten. Die Differenz entsteht durch die veränderte Bezugsgröße des zweiten Rabatts.

Gleicher Endpreis bei vertauschter Reihenfolge

Würden zuerst zehn Prozent und danach 20 Prozent abgezogen, blieben zunächst 900 Euro. Der zweite Rabatt wäre dann 180 Euro. Auch das ergibt 720 Euro. Die einzelnen Nachlassbeträge ändern sich, das Produkt der beiden Faktoren bleibt gleich. Diese Aussage setzt reine Prozentnachlässe ohne Obergrenzen und ohne Zwischenrundung voraus.

2. Zusatzkosten verändern den Gesamtbetrag

Zu den 720 Euro Warenpreis kommen im nächsten Beispiel 40 Euro zusätzliche Kosten. Der zu zahlende Endbetrag beträgt 760 Euro. Der Warenrabatt ist weiterhin 280 Euro beziehungsweise 28 Prozent. Der Abstand zum ursprünglichen Warenpreis von 1.000 Euro beträgt einschließlich Zusatzkosten jedoch nur noch 240 Euro beziehungsweise 24 Prozent.

Nach beiden Rabatten sind es 720 Euro Warenpreis; 40 Euro Zusatzkosten erhöhen den Endbetrag auf 760 Euro.
Der goldene Balken zeigt den tatsächlich errechneten Gesamtbetrag einschließlich Zusatzkosten.

3. Drei Szenarien im Vergleich

VarianteWarenpreisZusatzkostenEndbetrag
20 % Rabatt800 €0 €800 €
20 %, danach 10 %720 €0 €720 €
20 %, danach 10 %, plus Kosten720 €40 €760 €

Alle Varianten beginnen mit 1.000 Euro. Die Tabelle zeigt, warum sowohl der Warenpreis als auch die Zusatzkosten genannt werden müssen. Ein Rabattprozentsatz allein beschreibt den Gesamtbetrag nicht vollständig.

4. Die Vergleichsbasis offenlegen

Der Abstand zwischen Endbetrag und ursprünglichem Warenpreis ist nicht automatisch die Ersparnis gegenüber einem vollständigen anderen Angebot. Wenn das andere Angebot ebenfalls zusätzliche Kosten hätte, wäre dessen Gesamtbetrag eine andere Bezugsgröße.

Der Rechner benennt deshalb ausdrücklich den Ausgangspreis ohne Zusatzkosten als Vergleichsbasis. Es findet keine automatische Suche nach anderen Angeboten statt. Die Rechnung sagt auch nicht aus, ob der Ausgangspreis marktüblich oder die Kombination der Nachlässe tatsächlich verfügbar ist.

Zusatzkosten können größer als der Rabatt sein

Ein einfacher Fall: 100 Euro Ausgangspreis, zehn Prozent Rabatt und 15 Euro Zusatzkosten ergeben 90 + 15 = 105 Euro. Trotz Rabatt liegt der Zahlbetrag fünf Euro über dem ursprünglichen Warenpreis. Der Prozentnachlass ist rechnerisch richtig, der Gesamtbetrag aber höher als diese Vergleichsbasis.

5. Wann eine andere Rechnung nötig ist

Feste Gutscheine über einen Eurobetrag, Mindestbestellwerte, Höchstnachlässe oder einzelne ausgeschlossene Artikel lassen sich nicht allein durch zwei Prozentsätze abbilden. Auch ein Rabatt auf Versandkosten wäre eine andere Zuordnung als in diesem Modell, das Zusatzkosten vollständig am Ende addiert.

Ein tatsächlicher Anbieter kann jeden Zwischenschritt auf Cent runden. Der Rechner verwendet dagegen ungerundete Zwischenwerte und rundet die Anzeige. Kleine Abweichungen sind deshalb möglich. Maßgeblich für die Berechnung ist immer, welche Preisbestandteile und Bedingungen tatsächlich gemeint sind.

Häufige Fragen

Warum ist der kombinierte Rabatt kleiner als die Summe?

Der zweite Nachlass wird auf eine bereits verkleinerte Bezugsgröße angewendet. Deshalb ist sein Eurobetrag kleiner als beim ursprünglichen Preis.

Kann ich nur einen Rabatt berechnen?

Ja. Setze den zweiten Rabatt auf null. Der Rechner zeigt dann den einfachen Nachlass plus gegebenenfalls Zusatzkosten.

Was sollte ich beim Vergleich zweier Angebote eingeben?

Berechne jeden vollständigen Endbetrag mit seinen eigenen Warenpreisen und Zusatzkosten. Ein Vergleich allein anhand des Rabattprozentsatzes wäre unvollständig.

Mit eigenen Preisen rechnen

Preisnachlass bei früherer Zahlung