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RATGEBER · RECHENWEG UND EINORDNUNG

Steigende Entnahmen und Kapitalverbrauch verstehen

Erkenne die entscheidenden Annahmen hinter der Rechnung und vergleiche zwei bebilderte Fälle mit demselben Modell.

Die passende Frage vor der Rechnung stellen

Plane monatliche Auszahlungen, die jedes Jahr um einen selbst gewählten Prozentsatz steigen. Berechne Restkapital und erkenne den ersten Monat mit einer Auszahlungslücke.

Ein Ergebnis ist nur dann aussagekräftig, wenn Zeitraum, Geldflüsse und Bewertungszeitpunkt zusammenpassen. Halte deshalb vor dem Vergleich fest, welche Eingaben tatsächlich unverändert bleiben sollen. Ein höherer Endbetrag kann durch mehr eigenes Geld, einen anderen Zeitpunkt oder eine andere Renditeannahme entstehen. Diese Ursachen sollten getrennt betrachtet werden.

Wann die Entnahme steigt

In den ersten zwölf Monaten gilt derselbe anfängliche Betrag. Erstmals in Monat 13 steigt die gewünschte Auszahlung um den eingegebenen Prozentsatz. Danach erfolgt die Erhöhung jeweils nach weiteren zwölf Monaten auf den zuletzt geltenden Betrag. Der Zuwachs wird also nicht jedes Jahr nur aus der ursprünglichen Entnahme berechnet.

Rendite und Auszahlung innerhalb eines Monats

Zuerst wird das vorhandene Guthaben mit dem monatlichen Faktor entwickelt. Anschließend erfolgt die Auszahlung am Monatsende. Die Rendite wird aus dem effektiven Jahreswert geometrisch abgeleitet. Ein bereits ausgezahlter Betrag nimmt an späteren Erträgen nicht mehr teil. Dadurch beeinflusst die Entnahme nicht nur das Kapital, sondern auch die spätere Ertragsbasis.

Was bei unzureichendem Guthaben geschieht

Der Rechner zahlt höchstens das verfügbare Kapital aus. Reicht es nicht für die geplante Rate, wird eine entsprechend kleinere Schlusszahlung angesetzt. Danach bleibt das Kapital bei null. Es entsteht kein negativer Kontostand und kein Kredit. Die weitere Planung bleibt sichtbar, sodass geplante und tatsächlich gedeckte Auszahlungen verglichen werden können.

Die erste Lücke ist nicht die ganze Fehlmenge

Der erste Monat mit Auszahlungslücke bezeichnet den Zeitpunkt, an dem eine geplante Zahlung erstmals nicht vollständig gedeckt ist. Der nicht gedeckte Gesamtbetrag addiert dagegen alle fehlenden Beträge innerhalb der Laufzeit. Diese Größen beantworten unterschiedliche Fragen: Wann tritt das Problem zuerst auf, und wie groß ist die gesamte Abweichung bis zum Endtermin?

Erhöhung ist nicht automatisch Inflationsausgleich

Der Erhöhungssatz ist eine frei gewählte Annahme. Das Modell enthält keine tatsächliche oder vorhergesagte Inflationsreihe. Steigt die Entnahme beispielsweise um zwei Prozent, bleibt ihre Kaufkraft nur dann in einem entsprechenden vereinfachten Vergleich konstant, wenn die Preisentwicklung dazu passt. Der Rechner zeigt nominale Eurobeträge und keine Kaufkraftgarantie.

Zwei Fälle mit vollständigen Eingaben vergleichen

Die folgenden Abbildungen verwenden dieselbe Berechnung wie der zugehörige Rechner. Unter jeder Grafik stehen die Eingaben und Ergebnisgrößen. Die Balken vergleichen Eurobeträge innerhalb der jeweiligen Abbildung; für den Vergleich zwischen Abbildungen sind die beschrifteten Zahlen maßgeblich.

Beispiel 1

Anfangskapital: 120000 €; Effektive Jahresrendite: 3 %; Anfängliche Monatsentnahme: 500 €; Jährliche Erhöhung der Entnahme: 0 %; Laufzeit: 240 Monate.

Restkapital am Ende: 53.306,13 €. Tatsächlich ausgezahlt: 120.000,00 €. Geplante Auszahlungen: 120.000,00 €. Nicht gedeckter Auszahlungsbetrag: 0,00 €. Erträge im Modell: 53.306,13 €. Erster Monat mit Auszahlungslücke: Keine im Zeitraum.
Berechnete Modellwerte bei den oben angegebenen Eingaben; Beträge in Euro.

Restkapital am Ende: 53.306,13 €. Tatsächlich ausgezahlt: 120.000,00 €. Geplante Auszahlungen: 120.000,00 €. Nicht gedeckter Auszahlungsbetrag: 0,00 €. Erträge im Modell: 53.306,13 €. Erster Monat mit Auszahlungslücke: Keine im Zeitraum.

Die Entnahme steigt erstmals in Monat 13 und danach jährlich. Entnahme am Monatsende nach dem Ertrag; Auszahlung höchstens bis zum verfügbaren Guthaben, keine Verschuldung.

Beispiel 3

Anfangskapital: 120000 €; Effektive Jahresrendite: 3 %; Anfängliche Monatsentnahme: 500 €; Jährliche Erhöhung der Entnahme: 5 %; Laufzeit: 240 Monate.

Restkapital am Ende: 0,00 €. Tatsächlich ausgezahlt: 159.032,50 €. Geplante Auszahlungen: 198.395,72 €. Nicht gedeckter Auszahlungsbetrag: 39.363,22 €. Erträge im Modell: 39.032,50 €. Erster Monat mit Auszahlungslücke: 208.
Berechnete Modellwerte bei den oben angegebenen Eingaben; Beträge in Euro.

Restkapital am Ende: 0,00 €. Tatsächlich ausgezahlt: 159.032,50 €. Geplante Auszahlungen: 198.395,72 €. Nicht gedeckter Auszahlungsbetrag: 39.363,22 €. Erträge im Modell: 39.032,50 €. Erster Monat mit Auszahlungslücke: 208.

Die Entnahme steigt erstmals in Monat 13 und danach jährlich. Entnahme am Monatsende nach dem Ertrag; Auszahlung höchstens bis zum verfügbaren Guthaben, keine Verschuldung.

So prüfst du deine eigene Rechnung

Übertrage zuerst einen der Fälle unverändert in den Rechner. Vergleiche den Hauptwert und anschließend den vollständigen Verlauf. Ändere danach eine einzelne Größe. Notiere, ob dadurch eine zusätzliche Zahlung entsteht, ein Zahlungszeitpunkt verschoben wird oder nur die Wertentwicklung verändert wird. Auf diese Weise bleibt der Grund für den Ergebnisunterschied sichtbar.

Für eine unabhängige Plausibilitätsprüfung eignet sich ein Fall ohne Wertentwicklung, soweit das Modell einen solchen zulässt. Dann lassen sich viele Ergebnisse direkt aus den Einzahlungen oder Auszahlungen ableiten. Bei einem Modell mit gesuchter Rendite kann stattdessen der angezeigte Kontrollendwert mit dem gewünschten Ziel verglichen werden. Ein passendes Endergebnis ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Eingabekonventionen.

Speichere die Eingaben zusammen mit dem Ergebnis. Eine einzelne Zahl ohne Laufzeit und Zahlungsannahmen ist später kaum nachvollziehbar. Der CSV-Export enthält deshalb die verwendeten Werte und den berechneten Verlauf. Über die Druckfunktion kannst du eine Zusammenfassung, den Rechenplan oder die ausführliche Seite auswählen.

Häufige Fragen

Wann steigt die erste Auszahlung?

Erstmals in Monat 13, danach alle zwölf Monate.

Kann das Restkapital negativ werden?

Nein. Auszahlungen sind auf das verfügbare Guthaben begrenzt.

Was bedeutet keine Auszahlungslücke?

Alle geplanten Zahlungen im eingegebenen Zeitraum sind im Modell vollständig gedeckt.

Mit eigenen Werten weiterarbeiten

Wie viel Startkapital trägt 500 € monatlich?

20 Jahre lang am Monatsende auszahlen, bei angenommenen 3 % Jahresrendite.

Mit diesen Beispielwerten rechnen →