Die passende Frage vor der Rechnung stellen
Berechne einen Kredit mit einem fest vorgegebenen Wechsel des Sollzinses. Ab dem Wechselmonat wird die Rate für die verbleibende Laufzeit angepasst.
Ein Ergebnis ist nur dann aussagekräftig, wenn Zeitraum, Geldflüsse und Bewertungszeitpunkt zusammenpassen. Halte deshalb vor dem Vergleich fest, welche Eingaben tatsächlich unverändert bleiben sollen. Ein höherer Endbetrag kann durch mehr eigenes Geld, einen anderen Zeitpunkt oder eine andere Renditeannahme entstehen. Diese Ursachen sollten getrennt betrachtet werden.
Ein Wechsel des Zinssatzes im Modell
Zunächst wird eine Annuität auf Grundlage des ersten Sollzinses und der gesamten Laufzeit berechnet. Diese Rate gilt bis vor den Wechselmonat. Zu Beginn dieses Monats wird die vorhandene Restschuld festgestellt und mit dem neuen Sollzins weitergerechnet. Das Datum des Wechsels ist eine Eingabe und keine Prognose.
Die Rate wird neu berechnet
Ab dem Wechsel gilt eine neue konstante Rate. Sie wird so bestimmt, dass die Restschuld innerhalb der noch verbleibenden Monate vollständig getilgt wird. Bei höherem Zins steigt diese Rate unter sonst gleichen Bedingungen; bei niedrigerem Zins sinkt sie. Der Rechner hält also den Endtermin fest und verändert die Monatszahlung.
Der Wechselmonat ist bereits ein neuer Zinsmonat
Bei Wechselmonat 61 werden die Monate eins bis 60 mit dem ursprünglichen Satz gerechnet. Bereits die Zinsen des Monats 61 entstehen mit dem neuen Satz. Die neue Rate wird ebenfalls am Ende dieses Monats gezahlt. Eine abweichende Behandlung eines untermonatlichen Stichtags ist nicht enthalten.
Was der Vergleich ohne Wechsel zeigt
Die Vergleichsannuität behält den ursprünglichen Sollzins über die ganze Laufzeit bei. Die Gegenüberstellung macht sichtbar, wie die fest eingegebene Änderung die gesamten Zinskosten beeinflusst. Sie behauptet nicht, dass der erste Zinssatz tatsächlich bis zum Ende verfügbar wäre. Beide Verläufe sind transparent definierte Rechenannahmen.
Keine automatische Anschlussfinanzierungsentscheidung
Das Modell enthält genau einen Wechsel und keine Gebühren, Ablösesummen, Sondertilgungen oder weiteren Konditionsänderungen. Es bewertet keine rechtlichen Vertragsfragen. Für eine Planung mit bereits bekannter Restschuld am Ende einer Zinsbindung kann der Anschlussfinanzierungsrechner verwendet werden. Hier steht der vollständige Verlauf vor und nach einem Wechsel im Mittelpunkt.
Zwei Fälle mit vollständigen Eingaben vergleichen
Die folgenden Abbildungen verwenden dieselbe Berechnung wie der zugehörige Rechner. Unter jeder Grafik stehen die Eingaben und Ergebnisgrößen. Die Balken vergleichen Eurobeträge innerhalb der jeweiligen Abbildung; für den Vergleich zwischen Abbildungen sind die beschrifteten Zahlen maßgeblich.
Beispiel 1
Kreditbetrag: 100000 €; Nominaler Sollzins pro Jahr: 3 %; Laufzeit: 120 Monate; Erster Monat mit neuem Sollzins: 61 Monat; Neuer Sollzins pro Jahr: 3 %.
Zinskosten über die gesamte Laufzeit: 15.872,89 €. Gesamte Zahlungen einschließlich Tilgung: 115.872,89 €. Erste Monatszahlung: 965,61 €. Letzte Monatszahlung: 965,61 €. Monatsrate ab dem Zinswechsel: 965,61 €. Zinsen beim unveränderten Annuitätendarlehen: 15.872,89 €.
Ab dem Wechselmonat gilt der neue Sollzins; die Monatsrate wird so angepasst, dass der ursprüngliche Endtermin bestehen bleibt.
Beispiel 3
Kreditbetrag: 100000 €; Nominaler Sollzins pro Jahr: 3 %; Laufzeit: 120 Monate; Erster Monat mit neuem Sollzins: 61 Monat; Neuer Sollzins pro Jahr: 1 %.
Zinskosten über die gesamte Laufzeit: 13.051,81 €. Gesamte Zahlungen einschließlich Tilgung: 113.051,81 €. Erste Monatszahlung: 965,61 €. Letzte Monatszahlung: 918,59 €. Monatsrate ab dem Zinswechsel: 918,59 €. Zinsen beim unveränderten Annuitätendarlehen: 15.872,89 €.
Ab dem Wechselmonat gilt der neue Sollzins; die Monatsrate wird so angepasst, dass der ursprüngliche Endtermin bestehen bleibt.
So prüfst du deine eigene Rechnung
Übertrage zuerst einen der Fälle unverändert in den Rechner. Vergleiche den Hauptwert und anschließend den vollständigen Verlauf. Ändere danach eine einzelne Größe. Notiere, ob dadurch eine zusätzliche Zahlung entsteht, ein Zahlungszeitpunkt verschoben wird oder nur die Wertentwicklung verändert wird. Auf diese Weise bleibt der Grund für den Ergebnisunterschied sichtbar.
Für eine unabhängige Plausibilitätsprüfung eignet sich ein Fall ohne Wertentwicklung, soweit das Modell einen solchen zulässt. Dann lassen sich viele Ergebnisse direkt aus den Einzahlungen oder Auszahlungen ableiten. Bei einem Modell mit gesuchter Rendite kann stattdessen der angezeigte Kontrollendwert mit dem gewünschten Ziel verglichen werden. Ein passendes Endergebnis ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Eingabekonventionen.
Speichere die Eingaben zusammen mit dem Ergebnis. Eine einzelne Zahl ohne Laufzeit und Zahlungsannahmen ist später kaum nachvollziehbar. Der CSV-Export enthält deshalb die verwendeten Werte und den berechneten Verlauf. Über die Druckfunktion kannst du eine Zusammenfassung, den Rechenplan oder die ausführliche Seite auswählen.
Häufige Fragen
Ab wann gilt der neue Zinssatz?
Bereits für die Zinsberechnung im eingegebenen Wechselmonat.
Bleibt die Monatsrate gleich?
Nein. Sie wird für die verbleibende Laufzeit neu berechnet.
Bleibt der Endtermin gleich?
Ja. Die angepasste Rate tilgt bis zum ursprünglich gewählten Endtermin.
Mit eigenen Werten weiterarbeiten
20.000 € Kredit, 6 % effektive Jahresverzinsung, 60 Monate. Die Extra-Zahlung erfolgt einmal im zwölften Monat.
Mit diesen Beispielwerten rechnen →